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Nyabondo
Nyabondo ist ein kleines Dorf auf einem Plateau in der Nähe des Victoria Sees. Die Zahnstation befindet sich im St. Joseph’s Hospital Nyabondo auf einem abgeschlossenen Konvent von den Sisters of St. Joseph in Asumbi. Die Ausstattung der „Dental Unit“ ist gut und umfangreich. Alles funktioniert ausreichend. Leider ist kein fließendes Wasser vorhanden, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit und die Einheit wird über ein spezielles Drucksystem zuverlässig versorgt. Die häufigen Stromausfälle können mit einem kleinen tragbaren Stromgenerator überbrückt werden, da der Hauptgenerator des Hospitals am Tage kaum benutzt wird. Die Helferinnen und Mitarbeiter sind das absolute Plus in Nyabondo. Sie wurden von den vorhergehenden Zahnärzten sehr gut angelernt. Daher braucht man eigentlich nur zu behandeln und der Rest wird von den Damen erledigt. Auch für die Kommunikation sind sie unverzichtbar, da viele Patienten kein Englisch sprechen. Mit Sister Gracia, Grace, Sylvia, Sister Fabian, Dominik und James zusammen hat die Arbeit großen Spaß gemacht. Die Patienten kamen teilweise von weiter her, da die Behandlung hier relativ preiswert ist. Alles in Zusammenhang mit der Bezahlung wird von den Helferinnen erledigt. Die Behandlung dreht sich neben Extraktionen und Scailing auch um Füllungen im Seitenzahnbereich und der Front sowie einfache Prothesen, welche im eigenem Labor vom eigenem Techniker hergestellt werden. Mehrmals in der Woche fährt man auf „Mobiles“, was sehr interessant und eine schöne Abwechslung ist. Das Behandeln mitten im Dorf stellt schon etwas Besonderes dar. Die Mitarbeiter sind auch hier gut eingespielt und die Ausstattung mit dem mobilen Zahnarztkoffer (Handstück und Sauger) zum Beispiel für das Entfernen von tieferen Wurzelresten ist akzeptabel. Natürlich handelt es sich bei der Behandlung nur um Extraktionen. Gleichzeitig hat man bei den Mobiles meist die Möglichkeit, lokale afrikanische Märkte zu besuchen. Gewohnt wird in Nyabondo im eigenen „Musungu“-Haus (Weißer-Mann-Haus). Dort ist zwar alles recht einfach, aber auch irgendwie gemütlich. Da die Regenzeit mit meinem Eintreffen zaghaft begann, war auch das Wasserholen kein Problem. Mit Essen und Trinken wird man reichlich versorgt. Lediglich das „Tusker“ (Bier) musste man selber besorgen. In der Freizeit kann man gut die Umgebung per Fuß erkunden oder mit dem „Matadu“ (Buschtaxi) am Wochenende nach Sondu oder Kisumu fahren. An einem Wochenende haben wir zusammen mit Sister Gracia eine „Konvent-Tour“ zur Insel Mfangano im Victoria See gemacht. Wir haben dabei alle möglichen Konvente und Sisters und Brothers besucht und auch bei diesen übernachtet. Es war recht interessant, aber auch anstrengend durch die unglaublich schlechten Straßen.
 
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